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Zum vierten Mal Zeitfahrweltmeister

Endlich! Endlich habe ich das Trikot wieder. Ich bin überglücklich, im nächsten Jahr wieder im Trikot des Weltmeisters an den Start gehen zu können. Das erfüllt mich mit noch mehr Stolz als heute die Siegerehrung.

Ich hatte mich von Anfang an wohl hier in Katar gefühlt, auch im Teamzeitfahren hatte ich bereits gemerkt, dass ich gut mit den Verhältnissen zurecht komme. Einen großen Anteil an meinem Sieg habe ich aber meiner alten Zeitfahrposition zu verdanken. Es war die absolute richtige Entscheidung, zurückzuwechseln.

Das Rennen lief perfekt. Wahrscheinlich auch durch meine gelassene Herangehensweise konnte ich unverkrampft anfahren, habe schnell meinen Flow gefunden und konnte meinen Vorsprung halten und ausbauen, ohne richtig tief gehen zu müssen. Es war wie in meinen besten Zeiten, als ich meine besten Zeitfahren gefahren bin, ohne mich zu sehr quälen zu müssen sondern einfach meinen Rhythmus durchziehen konnte. Klar hat man Schmerzen. Das gehört dazu. Aber wenn man anfängt, sich unwohl auf dem Rad zu fühlen, sich quält ohne wirklich Druck aufs Pedal zu bekommen und dann über alles mögliche nachdenkt, ist es vorbei. Heute lief es einfach rund.

Losgefahren bin ich mit Eispacks auf dem Rücken, die zwar relativ schnell schmolzen, aber der nasse Anzug hat noch eine Weile weiter gekühlt. Vor dem Rennen habe ich meinen Körper mit einer Eisweste auf Temperatur gehalten. Ich hatte euch ja erzählt, dass ich im Mannschaftszeitfahren noch eine wichtige Erfahrung gemacht habe, die ich euch später verraten wollte. Also: Ich habe einfach probiert eine halbe Stunde vor dem Start noch etwas zu Essen, weil der Körper viel Energie für die "Kühlung" braucht. Und ich habe kurz vor dem Start noch einen halben Liter Wasser getrunken. Ich bin echt froh, dass ich das im Teamzeitfahren getestet habe. Denn ich bin mit einem riesen Kessel losgefahren. Ich habe gedacht, mein Ranzen platzt gleich. Meine Oberschenkel sind bei jedem Tritt gegen meinen Bauch gestoßen. Das war wirklich unangenehm. Nach ein paar Kilometern war es wieder gut. Im Einzelzeitfahren hätte mir das aber sicher das Genick gebrochen ;-)

Wir feiern jetzt ein bisschen. Mir wurde eine Torte versprochen. Morgen gönne ich mir einen Ruhetag. Und am Sonntag bin ich heiß darauf, die Jungs zu unterstützen.

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Fotos: roth-foto.de

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